Unsere Vision

 

Viele fragen vielleicht: „Warum ist Barrierefreiheit denn so wichtig?“

 

Allein in der Europäischen Union leben mehr als 80 Millionen Menschen mit Behinderungen - das entspricht der gesamten Bevölkerung Belgiens, Tschechiens, Griechenlands, Ungarns und der Niederlande zusammen! In anderen Worten: Es handelt sich um mehr als 10% der Gesamtbevölkerung. Einer von vier Europäern hat einen Familienangehörigen mit einer Behinderung.  Sechs von zehn Europäern kennen in ihrem näheren oder erweiterten Bekanntenkreis jemanden mit einer Behinderung. Menschen mit eingeschränkter Mobilität machen mehr als 40% der Gesamtbevölkerung aus.

 

Sie finden es vielleicht schockierend, dass 50% aller Menschen mit Behinderungen noch nie an Freizeit- oder Sportaktivitäten teilgenommen haben. Ein Drittel aller Personen mit Behinderungen ist noch nie ins Ausland gereist und hat aufgrund unzugänglicher Veranstaltungsorte oder Angebote noch nicht einmal an eintägigen Ausflügen teilgenommen.

 

Statistiken zufolge sind 97% der Europäer der Ansicht, dass etwas getan werden sollte, um Menschen mit Behinderungen besser in die Gesellschaft zu integrieren. 93% aller Europäer äußerten den Wunsch der Beseitigung physischer Barrieren, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erschweren, mehr Geldmittel zu widmen.

 

Barrierefreiheit ist für Menschen mit Behinderungen zur Ausübung ihrer Rechte und für eine vollständige Partizipation in der Gesellschaft von grundlegender Bedeutung. In einigen Ländern ist es tatsächlich so, dass unzureichender Zugang zu Gebäuden als eine Form der Diskriminierung gesehen wird.

 

Europa fördert den Gedanken der „Konzeption für alle“ („Design for All“) bei Gebäuden, so dass Gebäude und öffentliche Räume von so vielen Menschen wie möglich problemlos genutzt werden können und allen zugänglich sind. Trotz der Vielzahl konkreter technischer Lösungen haben auf funktionaler Ebene alle Personen mit Behinderungen überall in Europa die gleichen Erfordernisse was Barrierefreiheit betrifft.

 

Außerdem sind barrierefreie Gebäude auch wirtschaftlich attraktiv. Sie sind funktionell flexibler und verfügen über eine nachhaltigere Infrastruktur, denn es ist nicht nötig zu einem späteren Zeitpunkt teure Anpassungen vorzunehmen. Menschen mit Behinderungen sollten als geschätzte Kunden gesehen werden. Barrierefreiheit ist dann nicht nur eine Frage der Moral, sondern auch guten unternehmerischen Denkens.

 

Barrierefreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht und Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit. Soziale Gerechtigkeit bedeutet Menschen als individuelle Persönlichkeiten zu akzeptieren. Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch eine faire und gleiche Chance zur vollständigen Teilnahme am sozialen Leben. In einem wirklich barrierefreien Umfeld können Menschen ihre Unabhängigkeit ohne Einschränkungen zum Ausdruck bringen. Alle Barrieren, die einer Integration im Wege stehen, wurden beseitigt.

 

CAFE schätzt, dass wahrscheinlich mindestens 500.000 Menschen mit Behinderungen in der erweiterten europäischen UEFA Region aktive Fußballfans sind. Noch viel mehr Anhänger würden gerne Spiele besuchen. Menschen mit Behinderungen haben, wie alle anderen auch, das Recht Fußball, Sport und alle anderen Formen der Unterhaltung erleben zu dürfen. Das gilt für den Fußball auf allen Ebenen.

 

Immer mehr Fußballfans mit Behinderungen möchten zu Fußballspielen und Turnieren im In- und Ausland reisen. Mit fortschreitender Barrierefreiheit wird es immer mehr Menschen mit Behinderungen möglich sein, wichtige Turniere wie die Europameisterschaft EURO 2012 zusammen mit anderen Fans zu besuchen.

 

Indem wir noch viel mehr Menschen mit Behinderungen inspirieren sich Spiele im Stadion anzuschauen und lokal ehrenamtlich aktiv zu werden, versucht CAFE die soziale Eingliederung zu stimulieren, die Interaktion unter Bürgern zu fördern sowie zum interkulturellen Lernprozess beizutragen und so die Vielfalt und Einheit in Europa in den Vordergrund zu rücken.

 

Ziele von CAFE

• Fürsprache für gleichberechtigten Zugang zu allen europäischen Fußballstadien und Vereinen.

• Beratende Funktion für barrierefreie Stadien. Identifikation und Teilen vorbildlicher Praktiken, wo auch immer diese existieren (Einrichtungen und Serviceangebote).

• Sensibilisierung für Behinderungen und Barrierefreiheit durch den speziellen Einfluss des Fußballs.

• Gründung eines europäischen Netzwerks lokaler und nationaler Gruppen von Fußballfans mit Behinderungen als nutzergeführte Vertreter ihrer eigenen Interessen, sog. „Self-Advocates“, auf lokaler Ebene.

• Die Befähigung von mehr Menschen mit Behinderung Fußball zu erleben und die Teilnahme daran auf allen Ebenen des Sports.

 

„Europa“ bezieht sich auf die 54 Mitgliedsverbände der UEFA. Diese reichen über das geografische Europa hinaus und umfassen auch Länder wie Israel und Kasachstan. CAFE wird in diesem erweiterten geografischen Raum tätig sein.